Gerlinde Kuppe (SPD), Sozialministerin in Sachsen-Anhalt, möchte die Qualität der Frühförderung im Land verbessern. „Je zeitiger die Förderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder einsetzt, desto höher werden später ihre Entwicklungs- und Ber ufschancen sein“, sagte ihr Sprecher Holger Paech. Angesichts der Folgekosten liege eine frühe Förderung auch im Interesse der Gesellschaft.
Schätzungsweise 900 Kinder bis sieben Jahren haben in Sachsen-Anhalt 2008 wegen Behinderungen oder Entwicklungsverzögerungen eine spezielle Förderung erhalten, Tendenz steigend.
Aber besonders bei Kindern mit Mehrfachdefiziten stoßen die Eltern wegen der getrennten Zuständigkeiten an ihre Grenzen. Oft sind doppelte Wege zwischen heilpädagogischer und medizinisch-therapeutischer Förderung nötig. Um die Förderung aus einer Hand sicherzustellen, hat der Bund vor fünf Jahren die „Frühförderungsverordnung“ erlassen, um die Einrichtungen besser zu verzahnen. In Sachsen-Anhalt verhandeln die Wohlfahrtsverbände als Träger der Frühförderstellen mit dem Land und den Krankenkasssen als Geldgeber bisher ergebnislos über Umfang und Finanzierung der neuen Förderung. Allerdings ist ein Ende abzusehen. Aus dem Ministerium heißt es: „Wir rechnen mit einem Durchbruch bei den Verhandlungen Anfang 2009.“